Hegemodul vom 25.3.2017 auf dem Schwand in Münsingen

Ruedi Wyss, Mitglied der Kantonalen Hegekommission und verantwortlich für das obligatorische Hegemodul für Jungjägerinnen und Jungjäger, begrüsste bei strahlend schönem Frühlingswetter 139 angehende Berner Jägerinnen und Jäger auf dem Schwand in Münsingen zum Hegemodul 2017. Einen speziellen Gruss richtete er an den Präsidenten der Kantonalen Hegekommission, Bruno Kunz, und an die Bläsergruppe Falkenfluh unter der Leitung von Samuel Pfäffli. Mit zwei stimmig vorgetragenen Stücken eröffneten sie den Ausbildungstag.

An sechs Posten wurden die Jungjägerinnen und Jungjäger in alle Facetten der jagdlichen Hege eingeführt. Die Referenten und eine Referentin verstanden es, mit ihrer hohen Fachkompetenz den Teilnehmenden die einzelnen Bereiche der Hege spannend und sehr anschaulich zu vermitteln:
Daniel Wieland erläuterte in seinem Vortrag zur Winterfütterung das herrschende Spannungsfeld und die verschiedenen Einflussfaktoren auf das Thema. Neben wichtigen wild- und pflanzenbiologischen Grundlagen lernten die angehenden Jägerinnen und Jäger, wie man im Winter richtig füttert und was es unbedingt zu verhindern gilt. Auch ein Posten draussen im Feld widmete sich dem Thema Wildfütterung. Johnny von Grünigen und Hansruedi Karlen zeigten korrekt erstellte Salzlecken und erklärten, was es dabei zu beachten gibt, wenn eine Salzlecke aufgestellt wird. Im Weiteren konnten die Teilnehmenden geeignetes und nicht geeignetes Futter anschauen.
Heinz Garo und Fritz Werthmüller führten die Jungjägerinnen und Jungjäger in die Artenkenntnisse von Bäumen, Sträuchern und Hölzern ein. Kein einfaches Vorhaben, gibt es doch schier unendlich viele verschiedene Pflanzen und nicht nur Buchen und Tannen! Hier gilt die Devise: immer wieder üben, die Pflanzen in den Hecken draussen anschauen und das Gesehene und Gelernte so vertiefen und verinnerlichen!
Urs Hofer betreute den Posten Rehkitzrettung und führte die Teilnehmenden in diesen wichtigen Teil der Hege ein. Sämtliche einsetzbaren Verblendmaterialien waren vorhanden und wurden erläutert. Auch die neusten Hightech-Hilfsmittel, die Drohnen, kamen zum Einsatz und Nicole Berger von der Hochschule für Agrar,- Forst- und Lebensmittelwissenschaften HAFL in Zollikofen erläuterte, wie Drohnen für die Rehkitzrettung eingesetzt werden und wie sie mittels Wärmebildkameras die Rehkitze in den Heuwiesen erkennen können. Bei dieser Methode ist das Flug Team sehr stark auf die Zusammenarbeit mit den lokal ansässigen Jägerinnen und Jägern und die Landwirte angewiesen. Idee ist es, Hobbypiloten dafür zu gewinnen, ihre Drohnen mit den nötigen technischen Ergänzungen aufzurüsten und sich dann für die Rehkitzrettung zur Verfügung zu stellen. Ihr Einsatz soll für die Landwirte kostenlos sein, die Piloten sollen pro Hektarleistung bezahlt werden. Zukunftsvision ist es, dass pro Gemeinde ein Flug Team von zwei Personen zur Verfügung steht. Pro Jahr kostet ein solches Team rund CHF 2‘000.-. Die nötigen Finanzen sollen über die Landwirtschafts- und die Jagdverbände und über Tierschutzorganisationen beschafft werden. Wir sind sehr gespannt, ob sich diese Hightech-Methode flächendeckend etablieren kann.
Hansjürg Habegger erklärte den Teilnehmenden beim Posten Wildschadenverhütung, wann und wie die Zeichen, die Wildtiere im Wald hinterlassen zu Schäden werden. Das Wild gehört in die Berner Wälder, sonst wären das arme Wälder. Aber der Wald hat gemäss Eidgenössischer und Kantonaler Gesetzgebung wichtige Aufgaben zu erfüllen: Er ist Rohstofflieferant, er ist Erholungsraum, muss vor Naturgefahren schützen und soll auch noch eine hohe Artenvielfalt (Biodiversität) haben. Damit er diese Aufgaben erfüllen kann, muss der Waldeigentümer auf die Jägerschaft als Partner zählen können. Jäger sind wichtige Partner der Waldbewirtschafter.
Die Jungjägerinnen und Jungjäger konnten an diesem Posten sämtliche Wildschadenverhütungsmassnahmen live anschauen: Vom mechanischen Einzelschutz mit Drahtkorb oder Tubex über mechanische, chemische und biologische Verbiss Schutzmassnahmen. In der Theorie sind die Massnahmen vermittelt, jetzt heisst es für die Sektionen, ihre Jungjägerinnen und Jungjäger auch praktisch damit vertraut zu machen. Dafür sind die Hegetage das wichtige und richtige Umsetzungsinstrument.
Ruedi Wyss machte die Teilnehmenden am Posten Biotophege mit dem Lebensraum Hecke und seiner richtigen Pflege vertraut. Was will Biotophege? Damit soll entweder ein Lebensraum erhalten bleiben oder aber ein neuer geschaffen werden, z.B. indem eine neue Hecke mit einheimischen Arten gesetzt wird. Ruedi Wyss erläuterte den Anwesenden, was eine Hecke ausmacht, welche Elemente sie hat und welche wichtigen Aufgaben sie erfüllt. Ebenfalls Thema an diesem spannenden Posten war die richtige Pflege des Landschaftselements Hecke.
Fazit des Tages: Ein hervorragend organisierter Ausbildungstag mit kompetenten Referenten und interessierten angehenden Jägerinnen und Jägern. Der Grundstein für engagierte Hegearbeit konnte mit Sicherheit gelegt werden. Jetzt geht es darum, in den Sektionen die Hegearbeiten auch praktisch ausüben zu können. Eine Herausforderung, der es sich zu stellen gilt!

 

 

Daniela Jost
Leiterin Geschäftsstelle BEJV

 

Hier geht's zur Bildergalerie

 

 

© Berner Jägerverband, E-Mail gsbejv@gmx.ch
Design & Technology by YOUHEY Communication AG, © 2017 Burgdorf, Switzerland.