Erfa Tagung des Berner Jägerverbandes (BEJV) Bereich Ausbildung und der Prüfungskommission, 17. Juni 2017 am Bildungszentrum Wald in Lyss

Im Namen der Ausbildungskommission begrüsste André Meyrat als Präsident der Ausbildungskommission BEJV die anwesenden Kursleiter, Instruktorinnen und Instruktoren und die Mitglieder der Prüfungskommission für Jungjägerinnen und Jungjäger. Zum dritten Mal wurde die Erfahrungsaustauschtagung durch die Ausbildungskommission und in enger Zusammenarbeit mit der Prüfungskommission organisiert.

Der Anlass entspricht einem begründeten Bedürfnis: Es ist sehr wichtig, dass die Ausbildungsverantwortlichen des BEJV wissen, wie die Prüfungskommission, die der Volkwirtschaftsdirektion angeschlossen ist, prüft. Auf der anderen Seit ist es für die Prüfungsexpertinnen und –experten sehr zentral, dass sie wissen, wie an den sieben Kursorten ausgebildet wird. Fred Bohren, Präsident der Prüfungskommission wies in seinen Begrüssungsworten dezidiert darauf hin, dass trotz intensiver und gute Zusammenarbeit der beiden Kommissionen der periodische Erfahrungsaustausch nötig und sinnvoll ist. Er erläuterte kurz die Aufgaben der Prüfungskommission: Diese muss die Jägerprüfungen abnehmen und den erfolgreichen Kandidatinnen und Kandidaten den Prüfungsausweis aushändigen. Die Prüfungskommission verfolgt die Ziele, die Messlatte festzulegen, die es zu erreichen gilt, damit eine Kandidatin, ein Kandidat „diensttauglich“ ist, das nötige Rüstzeug für eine erfolgreiche, weidmännische und vorschriftsmässige Jagd mitbringt. Als Instrument dazu dient der Kommission das sogenannte „Rahmenprogramm“. Dieses Programm entspricht den inhaltlichen Anforderungen an die zukünftigen Berner Jägerinnen und Jäger. Die Prüfungskommission vertritt die Ansicht, dass im Moment an diesem Rahmenprogramm keine Anpassungen vorzunehmen sind. Die im Durchschnitt sehr guten Prüfungsergebnisse zeigen, dass die Instruktorinnen und Instruktoren an den sieben Kursorten sehr gute Arbeit leisten. Fred Bohren schliesst seine Ausführungen mit den Hinweis, dass nicht für die Prüfung vorbereitet werden soll, sondern für die Berner Jagd!
André Meyrat schloss den Einführungsteil im Plenum mit einem kurzen Blick auf die bisher in der Ausbildung eingesetzten offiziellen Lehrmittel ab: Vom alt-ehrwürdigen Berner Weidmannsbuch, über den Krebs „Vor und nach der Jagdprüfung“, das Heintges-Lehrmittel und das momentan aktuelle Lehrmittel „Jagen in der Schweiz". Alle diese Lehrmittel wurden seit jeher durch individuelle Unterrichtshilfen und zusätzliche Arbeitsblätter ergänzt. Die Basis für die Wissensvermittlung bleibt das Rahmenprogramm. Er wies darauf hin, dass die Instruktorinnen und Instruktoren sich in einem Spannungsfeld befinden, das es möglichst gut auszugleichen gilt: Es gäbe auf der einen Seite Jungjägerinnen und Jungjäger, die schon sehr viel Wissen mitbringen und solche, die absolut ohne jegliche Vorkenntnisse die Ausbildung in Angriff nehmen. Auf der anderen Seite müssen die Instruktorinnen und Instruktoren die Lehrmittel aktuell und den Bedürfnissen der Jagdpraxis anpassen. Ein Umstand, der eine grosse Herausforderung bedeutet.

Nach der Einführung im Plenum wurden in sechs themenbezogenen Workshops gemäss Zusammenfassung der AG folgende Fragen diskutiert (Auswahl) diskutiert:

Was läuft gut? Was ist eher schwierig?

Wie planen wir unsere Lektionen?

Ist das zur Verfügung gestellte Lehrmittel "Jagen in der Schweiz" geeignet, um die Inhalte gemäss Rahmenprogramm angemessen zu vermitteln?

Braucht es pro Fach eine Art "Vorprüfung"?

Soll eine elektronische Plattform geschaffen werden, auf der alle Instruktorinnen und Instruktoren eines Faches sich austauschen können?

Wo besteht betreffend Ausbildung im Kanton Bern Handlungsbedarf?

Französische Ausbildung mit den Kantonen Jura und Neuenburg zusammenlegen (ökonomischer Aspekt: 5 Ausbildner für 2 Kandidaten)

Internetplattform für die Ablage von elektronischem Unterrichtsmaterial (Holprinzip)

Vermehrter Austausch unter Instruktorinnen und Instruktoren, Treffen in Fachgruppen jedoch nicht mit dem Ziel einer totalen Vereinheitlichung

"Nicht mehr" für Instruktorinnen und Instruktoren

Wildtiermanagement und -ökologie im Rahmenprogramm ergänzen

Allgemeine Anpassung Rahmenprogramm (neue Auflage oder update)

Jagdbegleitung auch für "Nischenjagden", z.B. auf Enten, Krähen oder für die Baujagd

Ausbildung in Wiltbrethygiene verstärken: Jäger gilt in Zukunft als "fachkundige Person"

Eine zweite Schiessprüfung im Juni nochmals anbieten für Kandidatinnen und Kandidaten, die im März nicht bestanden haben

Fachgruppe „Jagdausübung“, Moderator Urs Kühni
Fachgruppe „Naturkenntnisse und Hege“: Moderator Hans Krebs
Fachgruppe „Wild- und Vogelkunde“: Moderator Otmar Deflorin
Fachgruppe „Waffen und Optik“:  Moderator Heinz Guggisberg
Fachgruppe „Gesetz“, Moderator Alain Batzli
Fachgruppe „Jagdhunde“. Moderator Sven Dasen

Nach rund zwei Stunden intensiver Gruppenarbeit fassten die Moderatoren der Workshops die Diskussionsergebnisse ihrer Gruppen für das Plenum zusammen. Die Ergebnisse wurden im Anschluss von den Moderatoren protokolliert. Sie werden nach dem Seminar den Teilnehmenden zur Verfügung gestellt.

 

Wie weiter?

Viele kleine Punkte können direkt durch die Instruktorinnen und Instruktoren und die Prüfungsexpertinnen und -experten umgesetzt werden. Die teilweise grossen und längerfristigen Fragen und Vorschläge werden in jeder Kommission besprochen und wenn sinnvoll je nach Kompetenz umgesetzt. Die Umsetzung der längerfristigen Fragestellungen, welche beide Kommissionen betreffen, werden in der Planung aufgenommen. Fazit: Die Ausbildung ist im Fluss.

Um 13.45 erwartete die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tagung ein wunderbares Apéro riche im Foyer des Bildungszentrums Wald Lyss. Bei einem Glas wurde angeregt weiterdiskutiert, gefachsimpelt und spannende Gespräche geführt.
Ein bestens organisierter Tag fand so seinen würdigen Abschluss! Herzlichen Weidmannsdank dem Organisator, André Meyrat für den spannenden Tag!

 

 

Daniela Jost
Leiterin Geschäftsstelle BEJV

 

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